Storyboard und Shotlist

Storyboard und Shotlist. Trenne Erzählentscheidung und logistische Aufnahmeliste. The page must give the reader a usable method, checklist or decision rule, not

Storyboard und Shotlist: Trennen, was zusammengehört

Der häufigste Fehler in der Vorproduktion ist, Erzählung und Logistik zu vermischen. Ein Storyboard zeigt, was zu sehen ist. Eine Shotlist zeigt, wann und wo es aufgenommen wird. Wer beides in einem Dokument vereint, riskiert, dass kreative Entscheidungen durch organisatorische Zwänge ersetzt werden, oder umgekehrt. Die klare Trennung macht Entscheidungen vor dem Dreh sichtbar und freigabefähig.

Die Regel: Das Storyboard gehört der Regie, die Shotlist der Produktionsleitung. Beide Dokumente entstehen parallel, aber getrennt.

Storyboard: Die visuelle Erzählung

Ein Storyboard ist eine Sequenz von Panels, die jede Kameraeinstellung als Standbild oder Skizze zeigt. Es beantwortet die Frage: „Was sieht das Publikum in welcher Reihenfolge?“ Der IHK-Leitfaden „Videomarketing für KMU“ (2023) empfiehlt mindestens vier Panels pro Minute Videolänge als Branchenstandard.

Das Storyboard enthält: - Bildkomposition (was ist im Vordergrund, was im Hintergrund) - Kameraperspektive (Nah, Halbnah, Total, Vogelperspektive) - Kamerabewegung (Schwenk, Zoom, Fahrt, Statisch) - Pfeile für Bewegungen im Bild - Dialog oder Off-Text als Notiz unter dem Panel - Zeitangabe (Sekunde oder Timecode)

So erstellen Sie ein Storyboard: 1. Zerlegen Sie Ihr Drehbuch in seine visuellen Einheiten. Jeder Szenenwechsel, jede Kameraperspektive, jeder Schnitt bekommt ein Panel. 2. Skizzieren Sie grob, was zu sehen ist. Perfektion ist nicht nötig, Strichmännchen reichen, solange die Positionen und Bewegungen klar sind. 3. Notieren Sie den dazugehörigen Text (Dialog oder Off-Text) unter dem Panel. 4. Prüfen Sie: Erzählt die Abfolge der Panels die Geschichte, ohne dass ein Betrachter raten muss, was passiert?

Wann das Storyboard geändert werden muss: Plattformformate ändern sich. Ein Storyboard für ein horizontales 16:9-Video taugt nicht für ein vertikales Instagram Reel. Die IHK empfiehlt, das Storyboard jährlich auf neue Plattformstandards zu prüfen.

Shotlist: Die logistische Aufnahmeliste

Eine Shotlist ist eine tabellarische Liste aller Einstellungen, die am Drehtag aufgenommen werden müssen. Sie beantwortet die Frage: „Was brauchen wir wann, wo und mit wem?“ Der IHK-Leitfaden (2023) gibt als Erfahrungswert 1,5 bis 2,5 Einstellungen pro Minute Videolänge an.

Die Shotlist enthält als Spalten: - Einstellungsnummer (eindeutige ID, z. B. 01A, 01B) - Beschreibung („Chef am Schreibtisch, Nah, von rechts“) - Ort (Raum 2.15, Kantine, Außenterrasse) - Dauer in Sekunden (geschätzte Länge der Einstellung im fertigen Video) - Ton (Lavalier, Richtmikrofon, Atmo, kein Ton) - Requisite (Laptop, Kaffeetasse, Produktmuster) - Darsteller / Sprecher (Name oder Rolle) - Priorität (Muss, Kann, Reserve)

So erstellen Sie eine Shotlist: 1. Gehen Sie Panel für Panel durch das Storyboard. Jedes Panel wird eine Zeile in der Shotlist. 2. Notieren Sie zu jeder Zeile die logistischen Angaben. Was muss am Set sein? Wer muss anwesend sein? 3. Sortieren Sie die Einstellungen nach Ort, nicht nach chronologischer Reihenfolge im Video. Alle Einstellungen an einem Ort werden an einem Stück gedreht. 4. Markieren Sie Reserve-Einstellungen. Wenn die Zeit knapp wird, wissen Sie, was gestrichen werden kann, ohne die Erzählung zu zerstören.

Wann die Shotlist geändert werden muss: Auch die Shotlist sollte jährlich auf neue Plattformformate geprüft werden, da sich die benötigten Einstellungen für verschiedene Social-Media-Kanäle unterscheiden können.

Entscheidungsregel: Was gehört wohin?

Frage Antwortet auf Dokument
Was sieht das Publikum? Erzählung Storyboard
In welcher Reihenfolge? Dramaturgie Storyboard
Welche Kameraperspektive? Bildsprache Storyboard
Wo wird gedreht? Logistik Shotlist
Wann wird was gedreht? Drehplan Shotlist
Wer ist wann am Set? Personalplanung Shotlist
Welche Requisiten? Ausstattung Shotlist

Faustregel: Wenn Sie eine Angabe brauchen, um die Geschichte zu verstehen, gehört sie ins Storyboard. Wenn Sie sie brauchen, um den Dreh zu organisieren, gehört sie in die Shotlist.

Beispiel: Unternehmensvideo „Neues Produkt“

Storyboard-Panel 1: - Bild: Nahaufnahme Hände, die Produkt aus Verpackung nehmen - Kamerabewegung: Langsamer Zoom auf Produkt - Text (Off): „Unser neues Filtergerät spart Ihnen 30 % Energie.“

Shotlist-Zeile 1: - Einstellungsnummer: 01 - Beschreibung: Hände, die Produkt aus Verpackung nehmen, Nah - Ort: Studio, Tisch 3 - Dauer: 8 Sekunden - Ton: Lavalier (Sprecherin liest Off-Text) - Requisite: Produkt, Verpackung, Tischdecke blau - Darsteller: Handdouble (nicht Sprecherin) - Priorität: Muss

Warum die Trennung funktioniert

Das Storyboard ist das Freigabedokument für die kreative Entscheidung. Die Geschäftsführung sieht, was erzählt wird, und kann zustimmen oder Änderungen verlangen, bevor ein Euro ausgegeben wird. Die Shotlist ist das Arbeitsdokument für die Produktion. Beide sind nötig, aber sie haben unterschiedliche Adressaten und unterschiedliche Prüfkriterien.

Ein Unternehmensvideo, das diese Trennung beachtet, vermeidet die häufigsten Fehler: - Der „Das-macht-schon-die-Agentur“-Irrtum: Ohne Storyboard gibt es keine verbindliche Vorlage für die Bildsprache. Das Ergebnis ist schön, aber wirkungslos. - Der „Kostenfallen-Dreh“: Ohne Shotlist wird am Set improvisiert. Der Dreh dauert doppelt so lange, die Nachbearbeitung wird teurer. - Die „Ich-erkenne-mich-selbst-nicht“-Falle: Das Storyboard zeigt, ob die Kameraperspektive und der Bildausschnitt zur Person und zur Botschaft passen.

Praktische Umsetzung

  1. Erstellen Sie das Storyboard, bevor Sie die Shotlist schreiben. Die Erzählung bestimmt die Logistik, nicht umgekehrt.
  2. Nutzen Sie eine Vorlage. Für das Storyboard reichen sechs Kästchen pro DIN-A4-Seite. Für die Shotlist eine Excel-Tabelle mit den genannten Spalten.
  3. Lassen Sie beide Dokumente von verschiedenen Personen prüfen. Das Storyboard prüft die Regie oder der Creative Director. Die Shotlist prüft die Produktionsleitung oder der Aufnahmeleiter.
  4. Geben Sie beide Dokumente vor dem Dreh frei. Die Freigabe des Storyboards ist die Zustimmung zur Erzählung. Die Freigabe der Shotlist ist die Bestätigung des Drehplans.

Frequently Asked Questions

Was ist der Unterschied zwischen einem Storyboard und einer Shotlist?

Das Storyboard zeigt die visuelle Erzählung in Panels (was sieht das Publikum?), die Shotlist listet logistische Details tabellarisch (wann, wo, mit wem wird gedreht?). Das Storyboard dient der kreativen Freigabe, die Shotlist der Drehorganisation.

Wie viele Panels braucht ein Storyboard für ein 3-minütiges Unternehmensvideo?

Der IHK-Leitfaden „Videomarketing für KMU“ (2023) empfiehlt mindestens vier Panels pro Minute Videolänge, also mindestens 12 Panels für drei Minuten. Bei komplexen Szenen oder vielen Schnitten sind 15-20 Panels realistisch.

Wer erstellt Storyboard und Shotlist?

Das Storyboard erstellt die Regie oder der Creative Director. Die Shotlist erstellt die Produktionsleitung oder der Aufnahmeleiter. Die Trennung der Verantwortlichkeiten verhindert, dass kreative und logistische Entscheidungen sich gegenseitig behindern.

Wann müssen Storyboard und Shotlist aktualisiert werden?

Beide Dokumente sollten jährlich auf neue Plattformformate geprüft werden (z. B. YouTube Shorts, Instagram Reels). Ein Storyboard für horizontale 16:9-Videos taugt nicht für vertikale Formate, und die Shotlist muss dann andere Einstellungen enthalten.